Die öffentlichen Debatten der vergangenen Jahre über die Verhandlungen zu internationalen Handelsabkommen wie TPP, TTIP und CETA oder über die Aufkündigung und Neuverhandlung des nordamerikanischen Handelspakts NAFTA haben gezeigt, dass sowohl ökonomische als auch zivilgesellschaftliche Gesichtspunkte bei derartigen Verträgen bedeutende Rollen spielen. Dabei stellt sich auch die Frage, wie die Rechte einzelner Parteien, ob sie nun Investoren oder Staaten sind, gesichert werden können. Dies gilt insbesondere im Spannungsverhältnis zwischen staatlicher Souveränität und staatlicher Vertragstreue. Gerade die Diskussion über den Ausstieg aus der Atomenergie zeigt, dass hier extrem gegensätzliche Ansichten berührt werden. Aus ökonomischer Sicht stehen hier
wesentliche Errungenschaften, nämlich funktionierende Märkte und ihr Reputationskapital, im Brennpunkt der Debatte. Denn durch Investitionsschutzabkommen und die betreffenden Schiedsgerichtsbarkeiten wird versucht, im Falle von Streitigkeiten die Interessen der Parteien zu wahren und zugleich – und das ist der Unterschied zu Verfahren bei staatlichen Institutionen – die Transaktionskosten in Grenzen zu halten.
Das Buch bewertet die ökonomischen Argumente zugunsten oder zulasten rechtlicher Regeln. Es bedient sich institutionenökonomischer Werkzeuge, um zu zeigen, unter welchen Bedingungen Anreizstrukturen die Transaktionskosten tatsächlich senken und wie der Ordnungsrahmen gegebenenfalls weiterzuentwickeln ist, um eine langfristige Beständigkeit zu erhalten, und das auch unter dem Druck der Entwicklung, dass einzelne Staaten die Schiedsgerichtsbarkeiten einschränken wollen. Dabei handelt es sich nicht nur um staatsautoritäre Mächte wie China, auch die Europäische Union versucht, derartiges im Binnenmarkt zu unterbinden.