ITEL präsentiert sich auf der IFAT Munich 2024

Teil der ITEL-Delegation bei der IFAT: Dr. Felix Schultz, Louisa Haase und Prof. Dr. Ralf Wehrspohn 



In der Woche vom 13. bis 17. Mai 2024 nahm das ITEL – Deutsches Lithiuminstitut mit einer Reihe von Mitarbeitern an der IFAT 2024 teil, der Weltleitmesse für Wasser, Abfall, Abwasser und Rohstoffwirtschaft. Über 3000 Aussteller aus 61 Ländern präsentierten sich auf 300.000 m² Ausstellungsfläche. Die Messe zeichnete sich durch internationale Vernetzung und branchenübergreifenden Austausch aus. Kreislaufwirtschaft, Recycling und ein bewusster Umgang mit Ressourcen standen im Fokus der Gespräche und Diskussionen. 

Themen und Technologien 

Das Lithiuminstitut war gemeinsam mit anderen Beteiligungen in den Stand der GP Günter Papenburg AG integriert. Die Themen des ITEL waren Abfallstrategien, vor allem bei Schlacken. Weitere Gesellschaften der Papenburg AG konzentriert sich auf die Schlackenvermarktung (Friedrich Gruppe) und auf das Gipsrecycling (GFR). Bei der Papenburg AG selbst standen die Themen Deponiewirtschaft, Rohstoffe für Beton und Asphalt sowie die Integration in ein übergeordnetes Management- und Strategieinstrument auf Basis eines Digitalen Zwillings im Zentrum. 

Es fiel auf, dass deutschsprachige Unternehmen das Geschehen dominierten, dann europäische Unternehmen (auch ein ukrainischer Anbieter war vertreten) und schließlich vor allem auch chinesische Aussteller. Weiterhin wurde deutlich, dass die Messe ihren Ursprung in der Wasseraufbereitung hat und dass andere Themen, insbesondere auch die Folgen der Energiewende und die Integration neuer Wertschöpfungsketten und damit neuer Lösungen für Entsorgung und Aufbereitung, erst ihren Platz erobern müssen. Die vorgestellten Technologien waren beeindruckend: Von intelligenten Sensoren zur Überwachung der Wasserqualität bis hin zu innovativen Verfahren der Abfalltrennung, ergänzt um Live-Demonstrationen von Recyclinganlagen, bei denen die Besucher hautnah erleben konnten, wie aus Abfällen wertvolle Rohstoffe abgetrennt werden. 

Digitale Integration und ESG noch ausbaufähig 

Viele Themen, die am ITEL im Bereich der digitalen Spiegelung („Verzwillingung“) aufgebaut werden, waren punktuell vorhanden, beispielsweise Sensorik, kontinuierliches Erfassen von Stoffströmen, Integration von Vertrags- und Prozessmanagement. Es fehlte aber die ganzheitliche Sicht und die Integration. Dies aber ist erforderlich, um einen Digitalen Zwilling aufzubauen, der simulations- und szenariofähig ist. Hier ist das ITEL auf dem richtigen Weg. Auffällig war in diesem Kontext, dass im Bereich Environment-Social-Governance-Analyse (ESG) nur wenige Anbieter vor Ort waren: Auch die Unternehmen bieten für den ESG-Prozess wenige Werkzeuge an, die in ein Gesamtsystem als abgrenzbare Softwareblöcke zu integrieren wären. Nicht sichtbar waren auch Anbieter aus Beratungsunternehmen und Banken, die ein Corporate Rating anbieten, welches in das ESG-Rating zu integrieren wäre. 

Das Messe-Team des Gemeinschaftsstands der GP Günter Papenburg AG

Hochkarätiges Rahmenprogramm 

Die IFAT bot zudem ein vielfältiges Rahmenprogramm, das unterschiedliche Expertenvorträge, Diskussionsrunden und Workshops umfasste:

  • Am Dienstag, 14.05., fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kreislaufwirtschaft als Säule der Rohstoffpolitik“ statt, in welcher Dr. Franziska Brantner (Parlamentarische Staatssekretärin des BMWK), Karl Haeusgen (Präsident des VDMA), Holger Lösch (stv. Hauptgeschäftsführer des BDI), Dr. Johannes F. Kirchhoff, (Vorsitzender des IFAT Executive Boards) und Dr. Markus Steilemann (Präsident des VCI) die Bedeutung einer Sicht auf die Abfallwirtschaft als Rohstoffwirtschaft anmahnten, dabei aber auch die damit einhergehenden neuen politischen Konflikte, bspw. neue Anlagen der Entsorgungswirtschaft, verdeutlichten. 


  • Am Freitag, 17.05., sprach Daniel Libeskind, Architekt zahlreicher beeindruckender Projekte, u.a. des Jüdischen Museums in Berlin, mit ansteckender Leidenschaft über Möglichkeiten des nachhaltigen Bauens und Wohnens, auch unter sozialen Aspekten. Diese vielfältig gedachten und interdisziplinären Ansätze stehen ganz im Einklang mit den Grundwerten des ITEL und sind ein wichtiges Fundament für die Bewältigung der Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind. 


  • Die Künstlerin Danielle Vochims recycelt für ihre Werke Jogurtbecher und dachte neu über die Grenzen des Abfallrecyclings nach. 


Vernetzung und Aufbruchstimmung

Seitens des Deutschen Lithiuminstituts wurden konkrete Gespräche mit Fördermitgliedern wie der Aurubis AG und der Nickelhütte Aue GmbH, aber auch mit anderen Unternehmen aus dem Bereich Batterierecycling geführt. Weitere Gespräche fanden zum Thema Wasserstoffpipeline mit Mannesmann Line Pipe oder zum Aufbau von Schlackenmarktplätzen oder dem technologischen Problem der Skalierung von Batterie-Entsorgungssystemen statt.

Es war aufschlussreich, mit Messebesuchern am eigenen Stand ins Gespräch zu kommen sowie andererseits eine Runde durch die Ausstellungshallen zu drehen, um mit anderen Austellern rund um die Themen Dienstleistungen, Abfallverwertung und -entsorgung, Beratungs- und Ingenieurleistungen sowie Informationstechnik Kontakte zu knüpfen und den fachlichen Austausch zu suchen. Dabei bestand regelmäßig großes Interesse am Digitalen Zwilling, der aufgebaut wird, um neue Recycling- und Optimierungsmöglichkeiten zu entwickeln. Die Atmosphäre generell und insbesondere beim Messestand der GP-Unternehmensgruppe war geprägt von „Aufbruchstimmung“ und dem Bewusstsein, dass gemeinsam eine nachhaltige Zukunft erreicht werden kann, weil innovative Umwelttechnologien nicht nur ökologisch sinnvoll sind, sondern auch wirtschaftliche Erfolgsgeschichten schreiben können. 



Bei Fragen zum Thema wenden Sie sich bitte an Dr. Felix Schultz oder Prof. Dr. Ulrich Blum. 



Weitere Informationen:

IFAT Munich: Rekord IFAT Munich: Weltleitmesse für Umwelttechnologien spiegelt globales Wachstum der Branche wider