Rückblick
3. HAL-Kolloquium zu Rohstoffknappheit und Kreislaufwirtschaft
Am 5. Mai 2025 fanden zum dritten Mal die Halle Arfwedson Lectures (HAL) statt – diesmal unter dem Motto „Rohstoffknappheit: Findet man(n) das Heil in der Kreislaufwirtschaft?“ Auf Einladung der GP Günter Papenburg AG und des ITEL wurde damit nicht nur eine Plattform für Austausch, Reflexion und fachliche Tiefe rund um das Thema Kreislaufwirtschaft geboten, sondern auch der 60. Geburtstag von Herrn Andreas Heilmann begangen.
Den Auftakt bildeten Grußworte und Glückwünsche von Prof. Ralf Wehrspohn, Staatssekretär Dr. Jürgen Ude sowie Harald Schmitt (Knauf Gips AG), die nicht nur die Verdienste des Jubilars würdigten, sondern mit einem Augenzwinkern auch auf die kuriose Koinzidenz mit dem 207. Geburtstag von Karl Marx eingingen – ein Running Gag, der sich durch fast alle Beiträge zog.
Zudem wurden im Rahmen der HAL 2025 zwei neue ITEL-Fellows ernannt: Prof. Dr. Dirk Sackmann von der Hochschule Merseburg sowie Prof. Dr. Nicolas Zacharias von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
In den anschließenden Fachvorträgen beleuchteten Prof. Ingo Pies (MLU) und Dr. Felix Schultz (ITEL) die Kreislaufwirtschaft als Wachstumsstrategie und thematisierten unter anderem die vermeintliche „verordnete Schizophrenie“ zwischen unternehmerischer Nachhaltigkeit und Gewinnorientierung. Diskutiert wurde der Gegensatz zwischen DeGrowth (freiwilligem Verzicht) und GreenGrowth (nachhaltigem Wachstum), sowie die drei Ebenen, die Unternehmen dabei adressieren müssen: wirtschaftliche Wertschöpfung, politische Regelsetzung und öffentlicher Diskurs. Die daran anschließende Diskussion war intensiv und ausgesprochen lebendig.
Die Halle Arfwedson Lectures fanden 2025 zum dritten Mal statt.
Veranstaltungseröffnung durch Prof. Wehrspohn (l.) und Prof. Blum (2. v. r.)
Feierliche Ernennung der neuen ITEL-Fellows Prof. Dr. Dirk Sackmann und Prof. Dr. Nicolas Zacharias (2. und. 3. v. l.)
Grußworte von Dr. Jürgen Ude...
...und von Harald Schmitt (Knauf).
Prof. Dr. Ingo Pies bei seinem Vortrag zu Kreislaufwirtschaft als Wachstumsstrategie.
Prof. Pies und Dr. Felix Schultz im Austausch mit dem Publikum.
Dr.-Ing. Albrecht Palm referierte über das Paradoxon der Kreislaufwirtschaft.
Nachhaltige Materialkreisläufe am Beispiel der Aurubis AG – präsentiert von Dr. Lossin.
Michèle Klamt-Eckstein und Prof. Ulrich Blum berichten von einem spektakulären Fund bei Straßenbau-Prüfungen.
Prof. Gregor Borg (r.) mit einer fachlichen Einschätzung des Fundes aus geologischer Sicht.
Erstaunen auch im Publikum.
Andreas Heilmann (Mitte) bekam das Artefakt als Geburtstagsgeschenk überreicht.
Herrn Heilmanns Vortrag adressierte Chancen und Hürden der Kreislaufwirtschaft in der Bauwirtschaft.
ITEL-Stipendiatin Yue Zhao begeisterte mit Ihrem Spiel auf der chinesischen Wölbbrettzither.
Dirk Panter beschloss das Kolloquium mit einer Dinner Speech.
Albrecht Palm (upi UmweltProjekt Ingenieurgesellschaft mbH) richtete den Blick auf mineralische Abfälle – ein Bereich, in dem es weiterhin an Motivation und regulatorischen Anreizen für hochwertige Verwertung mangelt. Aktuelle widersprüchliche Regelwerke behindern hier oft mehr, als sie fördern, wie Herr Palm anhand mehrerer Paradoxa anschaulich ausführte.
Wie nachhaltige Materialkreisläufe konkret in der Praxis aussehen können, zeigte Dr. Adalbert Lossin am Beispiel der Firma Aurubis AG: Von gestern (dem Recycling eines einfachen Kupferkessels) über heute (ganzheitliche Multimetall-Recyclingsysteme wie das Kayser Recycling System – KRS) bis hin zu morgen (Urban Mining als Zukunftsstrategie) wurde deutlich, wie technische Innovation und unternehmerische Verantwortung Hand in Hand gehen können.
Ein kulturelles Highlight boten Michèle Klamt-Eckstein (BGI Brambach GmbH) und Herr Prof. Blum mit einem schauspielerisch hochwertigen Beitrag: Sie präsentierten ein Römerzeit-Artefakt in Buchform, das angeblich bei Straßenbau-Prüfungen im Mansfelder Land entdeckt wurde – welches schließlich mit einem humorvollen Bogen zur (fiktiven) Ahnenreihe des Jubilars Andreas Heilmann an eben jenen überreicht wurde.
Herr Heilmann selbst rundete das Kolloquium mit einem Vortrag zu Chancen und Hürden der Kreislaufwirtschaft in der Bauwirtschaft ab. Dabei knüpfte er an viele der zuvor genannten Aspekte an: Die Notwendigkeit, GreenGrowth mit unternehmerischer Realität zu verbinden, die Herausforderung komplexer und teils widersprüchlicher Regelwerke und die Kritik an der Ersatzbaustoffverordnung (EBV), die sich in der Praxis oft als innovationshemmendes „Rundum-Sorglos-Paket“ entpuppt. Auch anderthalb Jahre nach ihrer Einführung werde noch immer kaum Abfall wiederverwertet – ein Zustand, der dringend Veränderung erfordert.
Den feierlichen Ausklang bildete ein bezauberndes Gastspiel von Yue Zhao, Stipendiatin am ITEL und verantwortlich für die Lithium-Lieferketten, auf der chinesischen Wölbbrettzither sowie ein exquisites 7-Gänge-Menü, begleitet von einer Dinner Speech vom Sächsischen Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz Dirk Panter, der aktuelle politische Vorhaben in Sachsen beleuchtete.
Dank
Ein herzliches Dankeschön an GP Papenburg und noch einmal alles Gute, lieber Andreas Heilmann, vom gesamten ITEL-Team!